Letztens fragte mich eine Freundin, was sie tun könnte. In ihrem Freundeskreis ist jemand, der gerade selber im Burnout steckt. Das inspirierte mich dazu einen Artikel hierzu zu verfassen. Im Folgenden liest du 4 Tipps, was du tun kannst, wenn ein/e Freund/in gerade mitten im Burnout steckt. 

Zunächst: Vielen Dank für deine Rücksichtnahme dein/er Freund/in gegenüber! Viele wissen gar nicht, wie sie mit dem/der Freund/in umgehen sollen, die gerade in der Burnout-Krise steckt, oder was sie mit dem/der betroffenen Freund/in reden sollen. Sie nehmen dann den einfachsten Weg und ziehen sich aus der Freundschaft zurück. Nicht wenige Freundschaften enden durch so eine Lebenskrise. Umso toller finde ich es, dass du aktiv etwas tun möchtest, um dein/e Freund/in zu unterstützen.

1. Tipp: Frag dein/e Freund/in nach den Bedürfnissen

Ich kann hier noch so viel philosophieren, am Ende erlebt jeder Mensch den Burnout auf seine/ihre Art. Dementsprechend unterschiedlich sind auch die Bedürfnisse. Manche ziehen sich zurück und brauchen einfach nur Zeit für sich, um mit der Krise zurecht zu kommen. Andere brauchen es, aus ihrem Nest gezogen zu werden. Ihm/ihr helfen regelmäßig vereinbarte Treffen, um wieder einer Routine nachzugehen, die gut tut. 

Deswegen ist der bestmögliche erste Schritt: Frage dein/e Freund/in, was er/sie braucht. Und habe Verständnis dafür, sollte sich das Bedürfnis mit der Zeit ändern. Womit wir zum nächsten Tipp kommen.

2. Tipp: Sei verständnisvoll, auch wenn es zwischendurch frustrierend ist

Kurzfristig abgesagte Treffen, er/sie meldet sich kaum von allein, eher schwere Gesprächsthemen bei den Treffen uvm. Das alles kann dich als Freund/in sicherlich sehr frustrieren und es ist auch okay, wenn du zwischendurch eine kurze Verschnaufpause brauchst. 

Verständnis ist das Wichtigste für dein/e Freund/in mit Burnout

Rufe dir dann aber bitte immer in Erinnerung, dass dein/e Freund/in gerade eine (schwere) Lebenskrise durchmacht. Quasi von heute auf morgen ist nichts mehr für diesen Menschen, wie es mal war. Die meisten Menschen werden mindestens 4 Wochen am Stück vom/von der Hausarzt/Hausärztin krank geschrieben – für manche kann das der Anfang einer monatelang andauernden Krankheitsphase werden. Und diese Pause braucht man.

Der Körper hat nämlich den Not-Aus Knopf gedrückt: Die Seele kann nicht mehr, der Körper funktioniert nicht mehr, das Herz ist schwer, der Geist mit Kleinigkeiten überfordert. Das alles zu begreifen und zu verdauen kann unheimlich zermürbend sein. Es braucht Zeit das alles zu verarbeiten und wieder auf die Beine zu kommen. Dass da häufiger Treffen abgesagt werden, weil einfach gerade nichts geht oder dass diese Person sich zurück zieht, ist denke ich verständlich.

Deswegen ist das größte Geschenk, was du deiner/m Freund/in machen kannst: Ihr/ihm gegenüber Verständnis zu zeigen. Dir immer wieder ins Gedächtnis zu rufen, dass es nicht an dir liegt und dass es keine böse Absicht ist, aber dass die Person einfach gerade nicht anders kann. Sie wünschte sich wahrscheinlich nichts mehr auf der Welt, als wieder die alte zu sein, voller Power und Lebensfreude, doch das funktioniert gerade in so einer Krise nicht. 

Dass auch du da an deine Frustrations-Grenzen kommst, ist verständlich. Dann nimm dir Zeit für dich und sammle neue Kräfte – dein/e Freund/in wird’s verstehen.

3. Tipp: Akzeptiere, dass dein/e Freund/in gerade anders ist

Einfach mal zusammen abhängen – manchmal mehr wert als wilde Partyabende

Normalerweise war sie/e ein/e Partymaus und jetzt will sie/er nur noch zu Hause rumhängen? Dann akzeptiere das und lass dich drauf ein. Ob du diesen einen Abend feiern gehst oder einfach ein entspanntes Treffen auf dem Sofa verbringst, wird dein Leben nicht zerstören – das von deine/r Freund/in jedoch enorm bereichern. Es wird deiner/m Freund/in helfen, denn es ist genau das, was sie/er gerade braucht. Und es wird ihm/ihr helfen, dass du sie/ihn so akzeptierst, wie er/sie gerade ist. Du zeigt ihr/ihm dadurch, dass es okay ist, dass er/sie gerade nicht kann – das ist ein wundervolles Geschenk!

Übrigens ist das der beste Wege wieder zurück zu einem starken Körper, einer starken Seele und einem starken Geist: Das zu tun, was einem gut tut. Nach den eigenen Bedürfnissen handeln. Seine Grenzen zu kennen und diese nicht zu überschreiten.

4. Tipp: Sei einfach da für dein/e Freund/in mit Burnout

Sei einfach da für dein/e Freund/in. Ob passiv oder auch aktiv, je nachdem, was sie/er gerade benötigt. Manchen Personen reicht auch schon ein Telefonat, bei dem sie/er sich einfach über ihren/seinen Kummer auslassen kann. Dabei brauchst du ihm/ihr keine großen Tipps zu geben oder Vorschläge zu machen. Es hilft wenn du ihr/ihm einfach zuhörst und auf diese Weise für dein/e Freund/in da bist. Sie/er wird es dir danken. 

Fazit wie du dein/er Freund/in mit Burnout helfen kannst

Toll, dass du dein/e Freund/in durch ihre Burnout-Krise begleiten willst und dich nicht von ihm/ihr abwendest! Es braucht nicht viel oder großartige Gesten, um dein/er Freund/in in dieser harten Zeit zur Seite zu stehen. Verständnis, Akzeptanz und einfach für ihn/sie da sein, sind die wichtigsten Tools, um dein/er Freund/in zu helfen. Achte dabei aber auch auf dich und deine Grenzen, denn nur wenn es dir gut geht, kannst du auch dein/er Freund/in helfen.