Woran du Stress erkennst und wie du in 3 Schritten zurück in die Entspannung kommst

Stress erkennen und in 3 Schritten zurück zur Entspannung - asmira.de
Stress erkennen und in 3 Schritten zurück zur Entspannung – asmira.de

Die letzten Wochen waren für mich extrem stressig. Es gab viele Veränderungen, vieles, was geplant und durchdacht werden musste. Meine Gedanken waren durchsetzt von: „Bloß nicht vergessen, dass…!“ oder „Hab ich auch an … gedacht?“. Veränderung birgt Unsicherheiten und bei Unsicherheiten neige ich dazu Listen zu erstellen: Planungslisten, Time-Line-Übersichten, To-Do-Listen, Einkaufslisten, Nächste-Schritte-Listen, ja sogar Projektlisten mit Arbeitspaketen, Due Dates, Status und Kommentaren – oh mein Gott, wie viele Listen ich in den letzten Wochen erstellt habe! Und das alles, um etwas „Kontrolle“ in diese chaotischen Zeiten zu bringen. 

Das Problem mit Listen: Sie wollen ja auch gepflegt werden. Das Problem bei mir: Ich habe so viele Punkte aufgeschrieben, so viele kurzfristige Deadlines dahinter gepackt, dass diese Listen mich angefangen haben zu stressen. Und dann habe ich die Listen Stück für Stück wieder gelöscht – was eine kleine Erleichterung war. Ich versuchte mir immer wieder klar zu machen, dass ich nichts kontrollieren kann, was in der Zukunft liegt. Dass immer etwas Unvorhergesehenes passieren kann, was ich nicht verhindern kann. Und dass alles schon irgendwie klappen wird. Das war mein Mantra: Es wird schon alles klappen. Immer, wenn ich merkte, dass ich wieder im Gedankenkarussell bin, erinnerte ich mich an mein Mantra: Es wird schon alles klappen. Immer, wenn irgendetwas anders lief als gedacht, erinnerte ich mich an mein Mantra: Es wird schon alles klappen. Und das hat mir tatsächlich kurzfristig geholfen. Der Tag der Tage kam, es hat alles irgendwie geklappt und jetzt kann ich entspannen. Oder?

Nicht ganz. Irgendwie war ich kopftechnisch gefangen in: „Ich muss noch … erledigen. Hab ich auch an … gedacht?“ Schlaflose Nächte plagten mich, innere Unruhe war permanent präsent und ständig der innerliche Antreiber mehr zu machen, schneller zu machen, besser zu machen. Ich bin froh, dass mein Körper mittlerweile streng zu mir ist und mir deutliche Zeichen gibt, wann es Zeit wird wieder runterzufahren. Es wurde Zeit mein Mental-Wellness-Programm anzuschmeißen mit Lesen, Yoga, Meditation, joggen und spazieren gehen etc. Weniger: „Ich muss noch…“ Mehr: „ich kann auch morgen / übermorgen / irgendwann anders…“. Mir erlauben,  einfach malwieder alle Fünfe gerade sein zu lassen. Und ich bin noch mittendrin, mich wieder von der rotierenden Asmira in die Zen-Asmira zurückzubringen. Nichtsdestotrotz hat mich meine Situation dazu inspiriert einen Artikel über Stress zu verfassen und dir ein paar Tipps zu geben, wie du diese erkennen kannst, um dann wieder zurück in die Entspannung zu kommen.  

Wie sich Stress in dein Leben einschleicht

Am Anfang ist alles noch harmlos. Es kommen ein paar mehr Aufgaben hinzu, zu weichst leicht von deinen Routinen ab, im Alltag hast du etwas weniger Zeit für deine Selfcare-Praktiken. „Ach, das mach ich nochmal eben schnell!“, sagst du dir. Irgendwann kommen mehr Aufgaben hinzu und du merkst, dass du immer weniger Zeit für dich und deine Entspannungs-Zeiten hast. Nach der Arbeit, denkst du immernoch an die Aufgaben / Konflikte / Gespräche, die dich während des Tages begleitet haben. Du kannst kaum einschlafen oder durchschlafen, wirst viel zu früh wach. Du merkst, dass du immer gereizter bist, die Menschen um dich herum anpflaumst und unausgeglichen bist. Vielleicht melden sich sogar weitere körperliche Symptome bei dir: Schweißausbrüche, schwitzende kalte Hände, geweitete Augen, Magen- und/oder Darmprobleme, Schwindel. Hektisches durch-die-Gegend-laufen und das sogar zu Hause, kann auch ein Zeichen dafür sein, dass du gerade gestresst bist. Oder aber ein ständiges Gedankenkarussell, sogar während deiner Entspannungs-Zeiten, plagt dich. Dein Zuckerkonsum steigt an und so auch deine Stimmungsschwankungen, was zu zusätzlichem Stress führt.

Ablenkungsmanöver bei Stress führen in einen Teufelskreis 

Um dem zu entkommen flüchtest du dich ggf. mehr in Serien auf Netflix oder Videos auf YouTube. Oder aber du scrollst unaufhörlich bei Facebook und Instagram rum und checkst dein Handy permanent auf Nachrichten oder Mails. Das Problem bei diesen Ablenkungsmanövern: Auch die können dich zusätzlich stressen: Du hast das Gefühl, das alle anderen ihr Leben besser im Griff haben, mehr in ihrer Balance sind, coolere Projekte machen, schlanker aussehen, mehr Sport machen, sich gesünder ernähren etc. Die emotionalen Serien wecken andere Gefühle in dir und lassen dich den Stress und die Sorgen kurzfristig vergessen. Doch langfristig löst du deinen Stress damit nicht auf.

Auch zur Vorweihnachtszeit, die eigentlich eine besinnliche, entspannte Zeit sein sollte, stressen wir uns damit, uns Geschenke auszudenken, essen zu planen, Einkäufe zu erledigen und und und. Und über allem schwebt noch das Damokles-Schwert namens Corona.

Wenn du jetzt denkst, dass das alles doch kein Drama ist und man das wohl doch hinbekommen sollte, dann sei gewiss: Du bist mittendrin im Stress-Sumpf und brauchst dringend eine Auszeit.

Asmira von asmira.de

Viele von uns haben die Angewohnheit drüber hinweg zu gehen, Stress zu ignorieren, zu versuchen es zu unterdrücken, weil sie nicht wissen, wie sie damit umgehen sollen. Den Stress runterzuspielen, bringt dir aber rein gar nichts. Im Gegenteil, du unterdrückst damit nur deine Gefühle und verschlimmerst dadurch deine Situation. Was du jetzt dringend tun solltest, erkläre ich dir im Folgenden.

Stress erkennen 

Anhand des Beispiels habe ich versucht zu verdeutlichen, dass es gar nicht so einfach ist zu erkennen, wenn einem wieder alles zu viel wird. Häufig findet man sich mittendrin im Stress-Sumpf und weiß gar nicht, wie man hineingeraten ist bzw. wie man sich selbst wieder heraus holen soll. Was am Anfang noch harmlos und nichtig erscheint kann sich zu einem persönlichen Urknall entpuppen, wenn man die Anzeichen nicht frühzeitig erkennt und entsprechende Maßnahmen einleitet.

Wie du merkst, dass du Stress hast, hängt von deinem persönlichen Empfinden und Bedürfnissen ab. Manche Menschen können mehr Stress vertragen und die Dinge gut wegstecken; manche stressen sich schneller und brauchen häufiger Auszeiten und Ruhe. Manchmal hängt das auch mit den Lebensumständen zusammen, dass wir etwas besser verarbeiten können und manchmal werden wir bei Kleinigkeiten hektisch. Und weiß du was? Alles ist in Ordnung und richtig. Das Wichtigste hierbei ist immer, auf sich selbst zu hören und sich Zeit zu nehmen, sich selbst zu beobachten. Nimm dir Zeit, in dich reinzuhören und dich zu fragen, wie es dir eigentlich gerade geht. Lass die letzten Tage oder Wochen Revue passieren und schau, was du alles für (stressige) Situationen hattest und wie es dir damit ergangen ist und geht.

Doch selten oder auch nie, fühlen wir mit uns selbst mit. Sagen zu uns selbst, wie wir zu unserer besten Freundin sagen würden: „Scheiße, die Situation ist echt ätzend / stressig / unangenehm. Es tut mir leid, dass es dir nicht gut geht. Lass dich mal in den Arm nehmen.“

Asmira von asmira.de

Zur Zeit lese ich gerade ein tolles Buch über Selbstmitgefühl. Denn häufig fühlen wir mit anderen mit, wenn es denen nicht gut geht – und es ist auch gesellschaftlich hoch anerkannt. Doch selten oder auch nie, fühlen wir mit uns selbst mit. Sagen zu uns selbst wie wir zu unserer besten Freundin sagen würden: „Scheiße, die Situation ist echt ätzend / stressig / unangenehm. Es tut mir leid, dass es dir nicht gut geht. Lass dich mal in den Arm nehmen.“ Denn häufig haben wir die Überzeugung, dass es uns „gut geht“, dass „alles halb so wild“ ist, obwohl es in uns ganz anders aussieht. Wir spielen dann die belastenden Situationen mit einem Fake-Lächeln runter. Selbstmitgefühl lehrt uns, dass es in Ordnung ist, sich selbst Mitgefühl zu zeigen und sich selbst zu trösten. 

In 3 Schritten raus aus dem Stress und der Anspannung zurück in die Entspannung

jetzt weißt du, dass Stress allgegenwärtig ist und woran du es erkennst, dass du gestresst bist. Im Folgenden zeige ich dir, welche 3 Schritte du unternehmen kannst, um vom Stress zurück in deine Entspannung zu kommen.

Schritt 1: Schau dir deine letzten Tage / Wochen an. Vielleicht erkennst du, dass deine Gedanken verrückt spielen, du kaum Schlaf hattest, deine Ernährung den Bach runtergeht, du dir kaum Pausen gönnst, du unter Schweißausbrüchen leidest etc. Das Erkennen von Stress und Anspannung ist der erste Schritt zurück in die Entspannung. 

Schritt 2: Sei einfach mitfühlend mit dir selbst und gestehe dir die stressige Zeit ein. Lass all deine Gefühle zu und erlaube dir zu weinen, wütend zu sein, Angst zu haben – alles darf sein. Vor allem Weinen hilft, dem Druck, dem du ausgesetzt warst, loszulassen. 

Schritt 3: Dann kannst du gucken, was du gerade brauchst, was deine Bedürfnisse und was deine Stressoren sind. Macht dich das Ständige aufs Handy gucken hektisch? Dann schalte einfach mal dein Handy für einen halben Tag aus. Ob du die Nachricht sofort oder in ein paar Stunden beantwortest macht den Kohl nun auch nicht fett. Irgendwie fühlst du dich nach dem Serien-gucken belasteter als zuvor? Dann geh spazieren oder mach Sport anstatt dir diese Serie reinzuziehen. Du hast bei der Arbeit Konflikte und weißt nicht weiter? Rede mit einem Kollegen deines Vertrauens oder mit deinem Vorgesetzten, dass es so nicht weiter geht und sucht gemeinsam nach einer Lösung. Für alle Menschen Weihnachtsgeschenke zu besorgen stresst dich? Dann macht doch ein Wichtel-Weihnachten draus, wo jeder nur ein Geschenk besorgen muss. Oder aber ihr macht ein Weihnachten ganz ohne Geschenke in diesem Jahr. Egal, was es ist, was dich stress: Nimm es wahr, zeige dir selbst gegenüber Mitgefühl, lass alle Gefühle zu und horch in dich rein, was du gerade brauchst und was nicht.

Weitere Tipps dazu, was du konkret bei Stress tun kannst und was du lieber lassen solltest, habe ich dir im Artikel Do’s und Don’ts bei Stress zusammengefasst.

In diesem Sinne wünsche ich dir eine besinnliche, erholsame Weihnachtszeit. Lass dich nicht zu sehr stressen und falls doch, sorge bitte eigenverantwortlich dafür, dass es dir wieder besser geht. Denn nur wenn es dir gut geht, wird es auch den Mensch um dich herum gut gehen. 

Du bist wundervoll und genau richtig so, wie du bist!

Deine Asmira